Brückenfest 2.0 – ankommen. platznehmen. zusammenleben.

Unter dem Motto „ankommen, platznehmen, zusammenleben“ findet am 19. Juni 2016 das diesjährige Brückenfest 2.0 im Clara-Zetkin-Park statt. Bundesweit werden an diesem Wochenende Menschenketten für Menschenrechte und Vielfalt veranstaltet. Das Netzwerk Integration – Migrant/-innen in Leipzig e.V. hat dies mit dem Brückenfest 2.0 für Leipzig auf die Beine gestellt. Neben der Aktion „Hand in Hand gegen Rassismus“ können sich Besucher*innen auf verschiedene Stände und Angebote kulinarischer, spielerischer, informativer oder musikalischer Art freuen.
Brückenfest 2.0 – ankommen. platznehmen. zusammenleben.

Wann? Sonntag, 19. Juni 2016 von 13 – 20Uhr

Wo? Sachsenbrücke (Anton-Bruckner-Allee im Clara-Zetkin-Park, Leipzig)

Ein Fest für die Vielfalt

Am 7. Juni 2016 findet der von der Charta der Vielfalt ins Leben gerufene Deutsche Diversity-Tag zum 4. Mal statt. An vielen verschiedenen Orten in ganz Deutschland werden zu diesem Anlass Workshops, Podiumsdiskussionen, Tage der offenen Tür, Filme und diverse Mitmach-Aktionen durchgeführt. In Leipzig wird an diesem Tag im Werk 2 das bunt gemischte und familienfreundliche Fest der Vielfalt gefeiert. Von 15 – 21 Uhr gibt es auf dem Fest unter anderem die Möglichkeit auf Flohmarktständen zu stöbern oder in die Grafik-, Druck- und Keramikwerkstätten der Werk 2 hineinzuschnuppern. Mad Flava und der Glückliche Montag laden dazu ein bei einem Kunstprojekt mit zu machen und Besucher*innen können an einem Workshop zum Thema Storytelling und Forumtheater teilnehmen. Für Kinder gibt es neben kostenloser Schmink- und Verkleide-Aktion, musikalische Begleitung durch den Liedermacher Toni Geiling und das Wolkenorchwester. Abgesehen davon stellen sich diverse Leipziger Initiativen an Infoständen vor. Auch auf kulinarische Vielfalt wird wert gelegt. Erwähnt werden soll zu guter Letzt die abendliche Vorführung des DOK-Films „A Special Need“ (19 Uhr, Halle D).

Fest der Vielfalt: 07.06.2016, 15 – 21 Uhr

Der Eintritt zum Fest der Vielfalt ist kostenlos.

WERK 2 – Kulturfabrik Leipzig e.V.
Kochstr. 132
04277 Leipzig

Zur Webseite der Charta der Vielfalt geht es hier.

Muslimfeindlichkeit und Bildungsarbeit

Das Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur (ZEOK e.V.) hat eine Broschüre zum Thema „Bildungsarbeit zu muslimischen Lebenswelten und Muslimfeindlichkeit in Ostdeutschland“ herausgegeben. Die Inhalte basieren auf den im Jahr 2015 gesammelten Erfahrungen mit jugendlichen Workshopteilnehmenden, die sowohl einen muslimischen als auch nicht-muslimischem Hintergrund mitbrachten.

In der knapp 50-seitigen Broschüre, die auch eine Methodensammlung enthält, wird zunächst auf den Bedarf solcher Bildungsangebote eingegangen. Der Abschnitt „Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus“ erläutert, was unter diesen Begriffen verstanden wird und stellt drei Konflikte in den Vordergrund. Dazu gehöre die Wahrnehmung von Menschen muslimischen Glaubens als eine einheitliche Kategorie, ohne innerreligiöse Differenzierung oder individuelle Unterschiede. Speziell für die ehemalige DDR gelte außerdem eine grundlegende Skepsis gegenüber Religionen, sodass hier im Rahmen einer Annäherung eine noch größere Hürde zu überwinden sei. Ein drittes Vorurteil bestehe in der Stigmatisierung muslimischer Menschen und der in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund als nicht-deutsch.

Wie Bildungsarbeit hier vermittelnd tätig werden kann, spiegelt nicht nur der Titel der Broschüre „Mich hat überrascht, dass manche so denken wie wir“ wider. Auch die enthaltene Methodensammlung zeigt anhand von sechs ausführlich erläuterten Übungen auf, welche Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Gegenüber angestoßen werden können.

Zeok e.V. ist seit 2004 in Leipzig aktiv. „Mich hat überrascht, dass manche so denken wie wir“ (2015) kann auf der Webseite des Vereins als PDF heruntergeladen oder bestellt werden.

www.zeok.de

Perspektivenwechsel im GRASSI. Ausstellung „fremd“ noch bis 8. Mai

Was ist uns fremd? Eine Antwort darauf ist nicht leicht zu finden. Oft wird vergessen, dass für die Beantwortung der Frage auch wesentlich ist, wer wir sind. In der Entstehungszeit der ethnologischen Wissenschaft, der Sammlungen und Museen mit dem Schwerpunkt „Völkerkunde“, war dies nicht die dringendste Fragestellung. Das führte zu einem aus heutiger Sicht zweifelhaften Vorgehen beim Erwerb der Ausstellungsstücke. Umso mutiger ist es, wenn Museen diese Hintergründe beleuchten.

Ende Januar 2016 startete im Grassi Museum die Serie GRASSI invites. Der erste in dieser Reihe geladene Gast ist die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Die hieraus entstandene Sonderausstellung mit dem Titel fremd liefert einen Kommentar auf die seit Mitte des 19. Jahrhundert gängige europäische Praxis des Zurschaustellens „fremder Kulturen“ in ethnologischen Museen. Ergebnis ist eine kritische Auseinandersetzung des Grassi Museums mit der eigenen Präsentationsweise. Über 20 KünstlerInnen der HGB kommentieren mit ihren Installationen die kolonialistische Sichtweise, auf der das Ausstellungskonzept basiert, indem sie BesucherInnen beispielsweise auf ihre/seine Rolle als Voyeur hinweisen oder das Ausgestellte durch Hinzufügen von Informationen in ein ganz neues Licht rücken.

Damit werden neue Wege musealer Aufbereitung aufgezeigt und einem Publikum präsentiert, das durch wichtige Initiativen zur Aufarbeitung kolonialer Bestände wie bei der Rückgabe von in der Berliner Charité aufbewahrten menschlichen Überresten an eine namibische Delegation und das 2008 gestartete human remains project nicht direkt angesprochen wurde. An anderen Stellen in Deutschland besteht noch immer geringe Bereitschaft, ähnliches tlw. noch in Kellern und Kisten aufbewahrtes „Material“ zu katalogisieren und zurückzugeben – ganz zu schweigen von offiziellen Stellungnahmen der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Völkermord deutscher Soldaten an den Herero.

In der Ausstellung fremd werden Schlaglichter darauf geworfen, auf welchen Wegen Objekte in ethnologische Sammlungen kamen, Persönlichkeiten und Expeditionen früher Ethnologen (und „Rassenkundler“), deren herablassende Aussagen über die von diesen be- und untersuchten Menschen wurden ebenso offen auf- wie angegriffen. Hervorgehoben wurden Zitate aus den Aufzeichnungen des Ethnologen Egon von Eickstedt, der nach seiner ‚Beschaffungsmission‘ in einer Indienexpedition 1926-29 als Begründer einer Zeitschrift für Rassenkunde auftrat. Später erhielt Eickstedt den Ruf nach Breslau als Inhaber eines rassenkundlichen, nach 1945 den Ruf nach Mainz als Inhaber eines anthropologischen Lehrstuhls.

Auch Zitate des vor über hundert Jahren als Direktor des Museums für Völkerkunde zu Leipzig eingesetzten Johann Conrad Karl Weule anlässlich seiner Ostafrika-Expedition bestechen durch kolonialwirtschaftlichen Zweckrationalismus. Der Schritt, die freie Kontroverse mit der eigenen Geschichte zuzulassen und damit historiographische Ausstellungsarbeit mit ehrlicher Offenheit auch den eigenen Wurzeln gegenüber zu verbinden, verdient großen Respekt.

Wir sind gespannt was die Serie GRASSI invites in Zukunft zu bieten hat und empfehlen derweil einen Besuch der Sonderausstellung #1 fremd.

GRASSI invites #1 fremd 29.01. – 08.05.2016

„Bestimmt wird alles gut“

Kirsten Boie hat ein Kinderbuch über die beiden aus Syrien geflüchteten Geschwister Rahaf und Hassan geschrieben. Das Buch schildert die wahre Geschichte der beiden Kinder und ihrer Familie, wie sie aus der syrischen Stadt Homs fliehen, über Ägypten und das Mittelmeer Italien erreichen und von dort weiter nach Deutschland ziehen. Die Autorin hat sich im Vorfeld des Buches mit Rahaf und Hassan getroffen und mit ihnen über ihre Erlebnisse während dieser langen Reise und ihren Erfahrungen bei der Ankunft in Deutschland gesprochen. Daraus entstanden ist die von Jan Birck illustrierte Geschichte „Bestimmt wird alles gut“. Das im Klett Kinderbuchverlag erschienene Buch wird zweisprachig auf deutsch und arabisch erzählt. Damit möchte der Verlag Flüchtlingskindern die Möglichkeit geben, die Geschichte in ihrer Sprache zu lesen. Im Anhang gibt es sogar einen kleinen Sprachführer, der beim Deutsch bzw. Arabisch lernen unterstützt.

Wer die Geschichte von Rahaf und Hassan im Unterricht bearbeiten möchte, findet hierzu auf www.onilo.de (noch bis zum 30.04.2016) kostenloses Unterrichtsmaterial zum Download.

„Bestimmt wird alles gut“                                                                                                                                        ab 6 Jahre                                                                                                                                                 zweisprachig (Deutsch/Arabisch)                                                                                                              erschienen bei Klett Kinderbuch

Beschreibung und Leseprobe des Verlags zu „Bestimmt wird alles gut“

 

In eigener Sache: Jahresrückblick 2015

Mit dem Projekt „Diversity-Training in der Aus- und Weiterbildung“ hat WeltOffen e.V. in der zweiten Jahreshälfte 2015 sehr viel erreicht.

Das Projekt hat in Leipzig mit über 100 Projektstunden weit mehr als 500 Menschen in der Ausbildung angesprochen. Die als interkulturelle Trainings angelegten Veranstaltungen fanden mit Berufsschulen wie der Susanna-Eger-Schule und der Heimerer Schule, aber auch mit Kooperationspartnern wie der Fachoberschule der Rahn-Dittrich-Group in Leipzig statt.

Das Projektteam des Diversity-Trainings konnte darüber hinaus koordinierend und auch personell an weiteren WeltOffen-Projekten wie der Initiative Global mitwirken. Mit Besuchen an verschiedenen Leipziger Mittelschulen, Gymnasien und Berufsschulen wurden dabei einer Vielzahl von Teilnehmenden in insgesamt über 50 Projektstunden die Themen Asyl & Migration in Form von Workshops und Projekttagen näher gebracht.

Der Bedarf an weiterführenden Informationen und Orientierung angesichts aktueller Entwicklungen in unserer Gesellschaft war bei allen Veranstaltungen sehr groß. Die Evaluierung zeigte, dass insbesondere zum Thema Asyl sehr viele Fragen aufkamen. Häufig wurde nachgefragt, wie sich einzelne Schüler_innen engagieren können, um gemeinschaftsbildende Prozesse mit den neu Angekommenen zu gestalten.

Um diesen Fragen den entsprechenden Raum zu geben, wünschen wir uns auch für 2016 viele neue Workshops und Projekttage.

Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit und wünschen allen teilnehmenden Schulen alles Gute für das fast noch neue Jahr!

Mediendienst Integration – Informationen zu Fragen der Einwanderungsgesellschaft

Der Mediendienst Integration ist eine Internetplattform, die Informationen für Medienschaffende zu den Themen Flucht und Asyl, Migration, Integration und Desintegration bereitstellt. Das vielschichtige Portal bietet Fakten-Checks zur aktuellen Berichterstattung in den Medien und stellt relevante Zahlen und Fakten aus Studien und Statistiken zusammen. Thematisiert wird auch, was in der aktuellen Presse nur wenig Beachtung findet.

Die oben genannten Themenbereiche sind jeweils in mehrere Stichpunkte untergliedert und verweisen auf Seiten, auf denen in einer FAQ-artigen Weise Fragen und Antworten dargeboten werden. So finden sich beispielsweise unter dem Stichwort Einstellungen zum Thema Integration Antworten auf die Fragen „Wie steht die Bevölkerung zur Vielfalt in der Gesellschaft?“ und „Wie zufrieden sind Einwanderer in Deutschland?“. Jede Eintragung ist dabei mit einer Quellenangabe versehen und direkt mit dieser verlinkt. Unter dem Oberbegriff Desintegration hält das Infoportal übrigens Informationen zu Diskriminierung, Antisemitismus, Rechtsextremismus, militantem Islamismus, Kriminalität und Rassismus bereit.

Hinter dem Mediendienst Integration steckt ein siebenköpfiges Team, das bei Recherchen unterstützt und bei Bedarf Experten-Kontakte vermittelt. Der Mediendienst ist ein Projekt des Rats für Migration e.V., der seit 1998 besteht und sich für eine differenzierte Auseinandersetzung mit Fragen der Migration und Integration in Politik und Gesellschaft einsetzt.

Salam Deutschland – Islam im Grassi

Am 9. Dezember 2015 findet im Grassi Museum für Völkerkunde ein Vortrag zum Thema „Moscheen in Deutschland“ statt. In der Veranstaltungsankündigung des Grassi Museums heißt es:

„In den letzten zwanzig Jahren wurden in Deutschland repräsentative Moscheebauten errichtet. Damit hielt die architektonische Aufgabe Moscheebau Einzug in die mitteleuropäische Stadtgesellschaft. Pläne des Moscheebaus werden häufig von Konflikten begleitet – so wird in Leipzig seit einiger Zeit ein Bauvorhaben der Ahmadiyya-Gemeinde diskutiert. Der Vortrag stellt realisierte Moscheebauten in der Bundesrepublik vor. Er analysiert die begleitenden Konflikte aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Sicht und diskutiert Möglichkeiten einer angemessenen Konfliktbewältigung.“

Zu Besuch ist Dr. Thomas Schmitt, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Geographie der Universität Erlangen. Der gelehrte Geograph promovierte 2002 an der TU München zum Thema des Vortrags. Seitdem war Schmitt u.a. im Sonderforschungsbereich „Lokales Handeln in Afrika im Kontext globaler Einflüsse“ an der Universität Bayreuth tätig, arbeitete am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen und vertrat den Lehrstuhl für Humangeographie an der Universität Augsburg.

Derzeit publiziert er ein Buch, welches sich mit der Frage beschäftigt, inwiefern eine von Immigration geprägte Gesellschaft sich durch diese verändert. Der Titel des Werkes lautet „Diversity and Contact. Immigration and Social Interaction in German Cities“, ihm liegt eine Umfrage in 50 zufällig ausgewählten Orten in Deutschland zugrunde.

Beginn des Vortrags 19:00 Uhr

Eintritt 4/3 Euro

Grassi Museum für Völkerkunde
Johannisplatz 5-11
04103 Leipzig

* Foto: Dr. Thomas Schmitt

„Momentaufnahmen von der Balkanroute“

Vier junge Fotojournalisten aus Leipzig haben sich zusammengetan und ein Multimediaprojekt zum Thema Fluchtwege gestartet. Für die Reportage „Momentaufnahmen von der Balkanroute“ sind sie selbst auf Reisen gegangen und begleiteten von Mitte September bis Mitte Oktober 2015 Flüchtende auf ihren Wegen nach und durch Europa.

Auf der kürzlich veröffentlichten Webseite www.flucht-wege.eu erklären die Journalisten: „Mit dieser Multimediareportage wollen wir einen Einblick in einige Konsequenzen andauernder restriktiver Migrationspolitik geben. Dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme der Situation, wie sie sich uns im Oktober darstellte, wohlwissend, dass sich die Orte, Wege und Strukturen nahezu stündlich verändern.“

Anhand einer Karte können Besucher der Webseite nachvollziehen, welche Route das Team genommen hat. Wer einen der roten Punkte in Serbien, Kroatien, Ungarn oder Österreich anklickt, wird zu Bildern, Videos und Erlebnisbeschreibungen an den betreffenden Orten weitergeleitet. Ziel der vier Journalisten ist, so schreiben sie, eine umfangreiche und gründliche Berichterstattung.

Nachzulesen sind ihre Erfahrungen auf: www.flucht-wege.eu

Veranstaltungstipp: Russischer Kulturabend

Ein wichtiger Bestandteil unserer Workshops zum Thema Vielfalt ist interkulturelle Kompetenz. Um diese aufzubauen, ist der Austausch und das Kennenlernen ausgesprochen wichtig – eine Gelegenheit für diesen Austausch bietet die Autodidaktische Initiative am

Montag, dem 23. November 2015 um 18 Uhr

Thematische Schwerpunkte liegen bei Essen, Musik und gemeinsamen Gesprächen über das geographisch nicht so ferne Land, die Veranstaltung ist alkoholfrei und kinderfreundlich!